Samstag, 25.05.2013

Bye bye socialproject..

Oh nein, ich merks Ende meiner Südafrika Zeit immer näher rücken!Ich sitze gerade am Flughafen und warte, bis der Flug meiner Eltern landet. In genau einer Woche werde ich wieder hier sein, jedoch um dann in einen Flieger Richtung Norden einzusteigen :-( ich freue mich natürlich auf all meine Lieben, aber da ich heimfliege, musste ich mich leider schon von einigen verabschieden, u.a. von meinem Projekt.

Meine Woche war schön, immerhin meine letzte hier rund um Kapstadt. Im Center lernte ich noch Joe kennen, der für zwei Tage ausgeholfen hat, bevor er weiterreist. War mal super interessant mit ihm zu quatschen, da er schon seit 10 Jahren in der Nähe von Pretoria lebt, aber nun das erste Mal bei Kapstadt war. Die Kinder waren wie immer alle zuckersüß, vor allem aber wieder Lerato, wie sie mir imaginär Kaffee und Kuchen  in der Spielküche gemacht hat. Ich half die meiste Zeit Catherine in der dritten Klasse aus, außer am Donnerstag. Zum Abschied wollte ich nämlich mein T-Shirt verschönern und ging von Klasse zu Klasse, damit die Kinder einen Fingerabdruck drauf machen. Ich liebe dieses T-Shirt nun einfach, ihr werdet es bald sehen :-) Vicky überreichte mir noch eine DVD mit einem Film über das Center, der vor 3 Wochen erst gedreht wurde. Mit diesem Film, meinen Bildern und Erfahrungen möchte ich nun in Deutschland Spenden für mein Projekt sammeln - macht euch schon mal drauf gefasst, dass ich auf euch zukommen werde ;-) bevor ich ging, spendete ich noch Spielsachen und Kleidung, umarmte nochmal jeden und es hieß  nur: auf Wiedersehen,  wir schreiben & sehen uns! ♥

Soo und gestern Morgen bin ich dann in aller früh mit meinem ausgeliehenem Auto (ein Vw, yippie :)) nach Kapstadt gefahren. Schon witzig wie kreuz und quer hier jeder fährt. Und es ist seltsam, mit der linken Hand nun zu schalten. Aber ich bin heile am Tafelberg angekommen und konnte meine Wanderung beginnen. Über den Platteklip George, eine steile Bucht, gelang ich dann irgendwann auch an mein Ziel und genoss die frische Luft in über 1000m Höhe. Nachmittags fuhr ich noch an die Waterfront zum Einkaufen - nun hab ich alle Mitrbingsel endlich :)

 Nun sitz ich immernoch hier mit meinem Smoothie und einem Plakat und anstatt das der Flug meiner Eltern pünktlich ist, hat er natürlich Verspätung. Ich freue mich aber schon so, sie nach zwei Monaten wieder zu sehen! Und genauso wird es auch sein, wenn ich daheim bin und euch sehe ♥

Bis bald!

Montag, 20.05.2013

Affe & Co.

Sooo meine Lieben, mein Auslandstrip neigt sich leider schon seinem Ende zu. In 13 Tagen bin ich wieder in good old Germany. Zum Teil bin ich sehr traurig darüber, da ich mein Projekt & Südafrika einfach ins Herz geschlossen habe. Andererseits vermisse ich meine Familie und Freunde so langsam und freue mich nun riesig, euch an meinem Geburtstag oder bei einer anderen Gelegenheit wieder zu sehen!!

Nun kurz zu meinen letzten Erlebnissen hier rund um Strand. Hier ist regelrecht Alltag eingekehrt, weshalb ich es auch komisch finde, in wenigen Tagen aus der Wohnung auszuziehen... Nach dem Projekt wurde immer erst kurz im Appartement ausgeruht, dann mal zusammen gekocht abends (so zum Beispiel letzten Mittwoch & Freitag) oder wir gingen zusammen essen mit noch weiteren Freiwilligen (Abschiedsessen am Dienstag, da Katja und Nadine nun für zwei Wochen im Busch â Krüger sind & Donnerstag "all you can eat"-Pizza Special in der Mall). Verabschiedungen und Begrüßungen sind hier eigentlich auch etwas ganz normales. Betonung auf eigentlich. Wenn eine Nadine mit einem zusammen lebt, kann eine Verabschiedung sehr amüsant werden. So wachte ich zufällig am Mittwochmorgen auf. Schaute auf meine Handy (5:23Uhr), überlegte kurz, stellte traurig fest, dass Nadine wohl schon weg ist und ich ihr nun den Abschiedsbrief nicht mehr übergeben kann, und ging ins Bad. Danach blickte ich kurz ins Wohnzimmer und stellte verwundert fest, dass Nadines Handtasche auf dem Esstisch lag. Zurück am Bett schaute ich erneut auf mein Handy, denn ich dachte, ich hätte die Zeit falsch abgelesen. Aber nix da, mittlerweile war es 5:27 Uhr und ich ging leise ins Zimmer nebenan, weckte Nadine und fragte sie nach ihrer Abholzeit. Im Handschlaf antwortete sie mir 5:30 Uhr, als ich ihr die momentane Uhrzeit sagte war sie plötzlich hellwach und aufgestanden :-D jeder hatte seinen Spaß, während Nadine schnell Zähne putzte, etwas frühstückte und wir den Taxifahrer weg schicken mussten. So waren wir wenigstens alle wach um ihr Tschüss zu sagen :-D

Seit Mittwochabend wohnt auch eine neue Freiwillige, Maike, für zwei Wochen in unserem Appartement. Ein wahres kommen und gehen hier...

Meine Projekttage Dienstag -Donnerstag waren total gechillt, ich half abwechselnd in Klasse 2 und 3 aus und donnerstags fuhren wir mit beiden Klassen wieder zum Horse Riding :-) Am Freitag lag ich dann erstmal flach mit Fieber und Nasennebenhöhlenentzündung im Bett. In Deutschland muss ich dringend mal etwas für meine Abwehrkräfte machen :D zum Glück wohn ich hier direkt am Strand, denn ein Spaziergang bei frischer Meeresluft ist wirklich wohltuend wenn man krank ist! Samstags besuchte ich mit Meli, Silja, Petra und Jessi Monkey Town. Ich war zwar noch schlapp, aber immerhin sind meine letzten Tage hier angebrochen. Wir ließen uns an verschiedenen Gehegen vorbei führen, schauten bei der Fütterung zu und spielten letztendlich selbst mit knapp 7 (oder doch mehr?) Affen. Soooo süß. Man erschreckte zwar immer wieder, wenn plötzlich von hinten ein Affe angesprungen kam und dann den Arm entlang angelte, aber sie haben so weiche "Hände", dass es gar nicht schlimm ist (nur ein wenig kitzelt ^^). Das restliche Wochenende ruhte ich mich vor allem aus, bummelte sonntags über den Markt in Strand und genoss die Sonne. Ich hoffe die Sonne passt irgendwie in meinen Koffer. Auf das Wetter in Deutschland habe ich nämlich, ich ehrlich gesagt nicht so wirklich Lust!!

Bevor ich nächsten Montag entlang der Garden Route reise, schreib ich euch nochmal hier. Macht's bis dahin gut, meine Lieben & keep on smiling ♥

Montag, 13.05.2013

Kapstadt pur

Meine fünfte Projektwoche ging einfach sowas von schnell vorbei! Langsam werde ich schon etwas traurig, nicht mehr so viele Tage mit den Kindern zu haben :(

Montags half ich in der Babyklasse beim Spielen, Kneten, Malen, Füttern und Zähne putzen aus. Tagsdrauf war ich in der dritten Klasse und wir wiederholten fleißig Körperteile und Kleidungsstücke. Im Anschluss bastelten wir, was mal wieder eine kleine große Sauerei ergab. Mit unseren Fingern verteilten wir den Kleber, um einen Rahmen für ein T-Shirt-Bild mit bunten Papier zu bekleben. Bei manchen Kindern klappte das ohne Probleme, bei anderen half ich und hatte dann selbst überall grüne und blaue Farbe :D. Am Mittwoch half ich Irene in der zweiten Klasse aus, da sie an diesem Tag immer alleine unterichtet. Wir gingen raus für ein paar Sportübungen. Zurück im Klassensaal wiederholte ich mit den Kids die Farben, Formen und Zahlen (so langsam bleibt bei allen wenigstens etwas in Erinnerung.. :)). Ich schnitt dann noch ein Blätter zurecht und beklebte mit einigen ihre Bilder (mit Laubblatt drauf). Überrascht wie schnell die Zeit umging gab es dann sogar schon etwas zu essen und wir gingen raus zum spielen. Nach dem Projekt habe ich von Montag bis Mittwoch nicht viel gemacht außer mal Postkarten geschrieben (nun sind alle abgeschickt :)) und im Internetcafè einiges recherchiert (Programm fürs Wochenende und was ich so machen werde, wenn ich wieder in Deutschland bin). Dienstagsabends hatte Nadines Vater Geri uns noch super lecker bekocht! Es gab Knödel mit Fleisch und Soße, dazu Bohnen und Salat. Nun kann Harley zurück in Kanada sogar erzählen, dass sie typisch deutsches Essen probiert hat :-) wir fanden dann noch raus, dass der Cousen meines Vaters mit Nadines Vater in einer Klasse damals war - Zufälle gibts ;-)

Am Donnerstag sollten Katja und ich Klasse drei übernehmen, da ihre Klassenlehrerin an diesem Tag immer woanders ist. Wir spielten nach dem Singkreis aber nur eine halbe Stunde mit ihnen und malten Hände auf Papier bunt aus, bevor es mit Klasse 2 und 3 zum Horse Riding ging :) so süß! Bis auf zwei Kids weigerte sich niemand und ritt dann entweder allein oder auf dem Schoß von einem Mann drei Runden. Blick auf das Meer und strahlender Sonnenschein, dazu Kinderlachen und immer wieder "Bye bye"-Rufe + Winke Winke, wenn man an anderen vorbeiritt - was gibt es schöneres an einem Arbeitstag? Zurück im Center gab es noch schnell Essen, ein wenig Spielzeit draußen und dann machten wir Handabdrücke mit den Kids auf Stoff als Muttertagsgeschenk, bevor Monty uns schon wieder abholte und heim brachte. Nachmittags bummelte ich mit Nadine durch die Mall (endlich hat sogar meine Sonnenbrille Blumenmuster :D) und abends kochten wir endlich mal eine Lasagne, was wir seit 5 Wochen vor hatten...

Freitagfrüh ging es mal wieder mit der Bimmelbahn nach Kapstadt. Zusammen mit Silja und Eva schaute ich mir das Castle of good hope an, eine damalige erste Militärsstation. Danach ging es ins bekannte District Six, um die Spuren der Apartheid selbst vor Augen zu haben im Museum. Man konnte viele Zitate von Menschen lesen, die einem richtig unter die Haut gingen, genauso wie die vielen Bilder und Straßenschilder mit "Nur für Weiße" oder ähnlichem. "Krass", dass es wirklich mal eine so starke Rassentrennung gab...Mittags aßen wir in irgendeinem Restaurant, klapperten Geschäfte entlang der Longstreet ab, tranken einen Kaffee, bis wir uns schließlich im Backpackers für den Abend fertig machten. Gemeinsam mit Nadine besuchten wir das afrikanische Theater - so amazing! Ein paar Männer mit Trommeln und irgendwelchen afrikanischen Instrumenten, immer wieder verschiedene Tänzer/Innen und jemand, der dazu sang. Nebenbei wurde die Geschichte Afrikas erzählt durch diverse "Tänze", die Handlungen darstellten. Danach trafen wir vier uns noch mit Sophia, Katja und Petra und aßen im Mama Africa. Nun hab ich tatsächlich auch noch Krokodil probiert :D nicht so wirklich mein Geschmack, aber auch nicht eklig! Na ja... der Pancake mit Spinat würde ich dann eher weiterempfehlen für dort ;-) Silja, Eva, Sophia und ich gingen nach dem Essen um 11 auch schon wieder zurück ins Backpackers, um fit für den nächsten Tag zu sein... dieser startete nämlich um 4 Uhr! Schnell Zähne geputzt, Haare irgendwie gestylt, warm angezogen und mit dem Taxi zum Fuße des Lions Head. Um 5 Uhr startete unser Marsch in vollkommener Dunkelheit, ausgestattet mit Taschenlampe, umgeben von Natur. Etwas unheimlich, und vielleicht auch gefährlich, aber egaaaal. Wir umrundeten einmal den Lions Head in einer halben Stunde laufen und gewannen so an Höhe, wenn ihr versteht was ich mein. Danach mussten wir Leitern hochsteigen, klettern und manchmal überlegen, wo genau der Weg nun weitergeht vor lauter Felsen :D im Dunkeln ist das gar nicht so einfach, aber spaßig, und oben angekommen kann man nur noch sagen: es hat sich gelohnt! Wir schauten auf das beleuchtete Kapstadt, blickten auf den Tafelberg und den Ozean und waren einfach komplett alleine. Langsam ging die Sonne hinter den Bergen auf... eigentlich kann ich es gar nicht in Worte fassen, wie beeindruckend schön das war! Wie schon bei der Sicht vom Tafelberg aus - auch bei einem Sunrising vom Lions Head aus verliebt man sich in Kapstadt ♥

Gegen kurz nach acht waren wir wieder unten vom Berg und ich eilte mit dem Taxi zum Nelson Mandela Gateway, immerhin stand gleich im Anschluss die Robben Island Tour an. Für diejenigen, die null Plan haben was das ist: dort befindet sich das Gefängnis, in dem Nelson Mandela lange Zeit war. Wir fuhren mit der Fähre knapp eine Stunde raus zu der Insel. Es war zwar arschkalt, aber die Sicht auf Kapstadt vom Ozean aus ließ das Herz auch höher schlagen! Vor den ganzen Bergen einfach atemberaubend toll :-) die Tour auf Robben Island war auch sehr interessant. Erst wurden wir mit einem Bus über die Insel gefahren, schließlich führte uns ein Ex-Häftling durch das Gefängnis, vorbei an Mandelas alter Zelle und erzählte viel über die Zustände damals... zum Teil war das wirklich mitnehmend.

Zurück in Kapstadt besorgte ich an der Waterfront noch ein paar Souvenirs, bevor Sophia und ich mit dem Zug heimfuhren. Abends skypte ich mit meinen Eltern (ich freue mich so auf euch hier in Afrika!) & viel früh totmüde ins Bett. Am Sonntag ging es auf Townshipparty am hellichsten Tage. Umgeben von Blechhütten wurde in einem großen Zelt Musik aufgelegt von einem Dj, gegrillt, getrunken und getanzt. Dabei lernte ich einen jungen Franzosen und einen alten Südafrikaner kennen, die total lieb waren, der Franzose aber leider so nuschelte und kaum Englisch konnte, dass ich mich lieber mit dem deutlich älterem Mann unterhielt :D die Stimmung war einfach unglaublich - Hallo? Am hellichsten Tag? Dafür sind die meisten Deutschen nicht locker genug... Abends war ich mit Meli, Eva und Silja noch am Strand essen, da es Evas letzter Abend war. Wie die Zeit vergeht! Wir beiden sind zusammen angereist und nun sind schon ganze 6 Wochen um.

Heute half ich mit Katja in der Babyklasse aus. Der kreative Teil neben Spielen, Füttern und Zähne putzen bestand heute aus einen Umriss von einem Apfel nachfahren und diesen auszumalen. In der Spielzeit draußen half ich vor allem Ahlumile und Lerato beim Rutschen, da sie beide ihre Beine ja nicht bewegen können. Als ich gerade Ahlumile nehmen wollte, kam ein größerer Junge und stumpte Lerato, die dann aus über einem Meter Höhe zu Boden viel. Ich war so geschockt in dem Moment, setzte Ahlumile in den Sand und nahm Lerato in dem Arm, die erstaunlich wenig nur weinte. Sie wollte dann in die Schaukel gesetzt werden. Als ich mich umdrehte, um sie anzuschubsen in der Schaukel, sah ich Ahlumile, der den Weg vom Sandkasten bis zur Schaukel "gerobbt" ist, um nach Lerato zu schauen. Er schubste sie dann an, bis der Reifen (das sind die Schaukeln hier) neben dran frei war und er wollte, dass ich ihn dort reinsetze. Während ich beide abwechselnd anschubste, nahmen sich beide an der Hand. Soooooo süß! Beide können nicht laufend, sprechen kaum, sind aber immer füreinander da. Wo gibt es sowas heutzutage bitte noch? Wahre Freundschaft bzw. wahre Liebe ♥

So und nun ist es spät (21:40 Uhr ist hier spät für mich :D), dass ich langsam mal schlafen sollte, um für morgen früh um 6 Uhr fit zu sein. Heute Mittag hab ich nicht mehr viel erlebt... außer das ich vielleicht einen Geparden im Park gestreichelt habe und wir total schnell aufstehen mussten zum Ausweichen, als der Gepard aufsprang :D In Südafrika probiert man eben wirklich alles mal aus! Ganz nach dem Motto: "I don't care, I love it" :-)

Sonntag, 05.05.2013

Green Point Stadium, Hop-on-Hop-off Tour and a very bad cold

Diesmal wird der Eintrag nicht mehr so schrecklich lang wie der letzte - ich berichte nur kurz über mein langes Wochenende. :-D

Am Mittwoch war auch hier Feiertag, daher hatte das Kinderzenter zu und ich meinen freien Tag. Erstmal stand ausschlafen auf dem Programm (wobei ich dann um halb 8 schon ausgeschlafen war oO) und gemütliches frühstücken mit Carolin. Zusammen mit zwei weiteren Voluntairen, die in der Nähe  von Trier leben, fuhren wir mit der Bimmelbahn um 12 nach Kapstadt und verbrachten den Nachmittag auf den Crafts-& Foodmarket am Hafen. Endlich habe ich auch einen süßen Babystrampler gefunden!! Ich wollte unbedingt einen haben für mein Kind, welches ich irgendwann nach dem Studium vielleicht mal bekommen werde :D hoffentlich verlege ich ihn in den vielen Jahren bis dahin nicht. Im Anschluss folgten wir den strömenden Menschenmassen zum Fußballstadion. Nicht zu irgendeinem beliebigen, sondern zum WM Stadion Kapstadts, genannt Green Point Stadium. Die Stimmung war bereits vor dem Spiel von Ajax (Kapstadt) gegen Kaizer Chiefs (Johannesburg) richtig gut! Katja, Petra und Mira, die später auch noch zu uns dazu gestoßen sind, hatten sich eine Vuvuzuela gekauft und Petra stimmte die ganze Zeit ins Getröte mit ein. Wir saßen fast vorne und hatten beste Sicht aufs Feld - und auf die teils gut aussehenden Fußballer :D unerwartet gewannen letztendlich Ajax mit 3:1, woraufhin die meisten Zuschauer schon zwei Minuten vor Abpfiff gingen. Denn es waren größtenteils nur Fans der Kaizer Chiefs anwesend. Kein Wunder, immerhin stehen diese aus Platz eins und spielen eigentlich besser Fußball. Doch diesmal haben sie wohl etwas gepennt und Ajax, die auf Platz 14 oder so stehen, gewannen. Nach dem Spiel war erstmal zig Verkehr. So standen wir knapp eine Stunde auf der Straße rund ums Stadion mit dem Auto (Nadines Papa nahm Carolin und mich mit). Zurück im Appartement waren wir drei total neugierig: während unser Abwesenheit war ein neues Mädchen angereist. Wir wussten nur, dass sie Harley heißt, 18 Jahre alt ist und aus Kanada kommt. Das heißt: Englisch reden! Gut, dass man in der Schule so gut wie nichts lernt. Wir entschuldigten uns also gleich mal für das etwas amüsantere Englisch :D doch Harley ist eine ganz Liebe und es ist witzig mit ihr. Sie ist mit einer anderen Organisation hier und deshalb das einzige Mädchen hier, die nicht Deutsch sprechen kann. 

Am Donnerstagmorgen war ich dann so kaputt von einer fast schlaflosen Nacht & mindest 500 benutzten Taschentüchern, dass ich mich entschied, mit meiner starken Erkältung im Bett liegen zu bleiben. Ich ruhte mich brav aus, kaufte mittags Gemüse ein und schonte mich. Das half leider nicht viel, denn freitags war ich weiterhin schlapp. Anstatt nach Kapstadt zu fahren und im Regen die Stadt zu besichtigen, schlief ich aus und bummelte mittags bei Sonnenschein durch Strand am Meer entlang und stoppte am belgischen Waffelhaus, da mir bisher jeder davon vorgeschwärmt hatte - ich kann es nun auch weiterempfehlen :)

Um 8 Uhr am Samstagmorgen fuhr ich mit Mira, Katja und Petra nach Kapstadt rein. Anstatt mit ihnen den Tafelberg erneut zu Fuß hochzuwandern, entschied ich mich für das Two Oceans Aquarium und einer City Sightseeing Tour mit dem Hop-on-Hop-off Bus. Das war eindeutig die bessere Wahl, da ich nach Besichtigung tausender Sachen so kaputt war, dass ich erstmal die nächste Apotheke aufsuchen musste. Ohne Medizin ging nichts mehr - Nase zu, Halsweh und Kopfschmerzen. Wie ich Erkältungen liebe ;-) mit dem Zug fuhr ich dann zum ersten Mal alleine anderthalb Stunden nach Strand - & mir ist nichts passiert. Hab natürlich darauf geachtet, dass es noch hell war und ich mit anderen Menschen in der ersten Klasse saß. Ansonsten kann es hier leider schnell passieren, überfallen zu werden... Abends skypte ich noch mit meiner Familie (nur mein Bruder fehlte) & genoss die Ruhe in der Wohnung ^^

Sonntag war wieder ein Chillertag, wie soll es auch anders sein, mit Erkältung geht leider nicht viel mehr. Ich begann endlich mal mit den Postkarten und habe nun tatsächlich schon 9 von 21 abgeschickt. Mein Brief kam nach zwei Wochen in Deutschland an, sein wir gespannt, wer zuerst eine Karte von mir erhält :-) euch, meine Lieben in Deutschland, vergess ich nämlich auf keinen Fall! Egal wie gut mir das Reisen und Südafrika gefällt, in meinem ♥ habt ihr dann doch den meisten Platz für euch :-)

Dienstag, 30.04.2013

Neues Projekt und regelrechter "Alltag"

Leider wurden wir nicht ganz so schnell wie erhofft gesund - daher wurde aus dem Freitag wieder nur ein "Chillertag". Die Zeit nutzte ich deshalb um mein Buch zu lesen. Ein Roman von Joy Fielding, welcher wie immer gut war. Ansonsten verbrachte ich noch ein wenig Zeit draußen, bevor es dunkel wurde und nutzte meinen Spaziergang am Strand um meine Handykarte aufzuladen. Im Dunkeln werde ich mich auf keinen Fall alleine auf einer Straße befinden - habe nun schon von genug Vorfällen erfahren, die Freiwilligen allein in den letzten 3 Monaten hier zugestoßen sind - nicht mehr schön.

Am Samstag waren wir aber schon einigermaßen fit, um uns von Monty zur Mall in Somerset West fahren zu lassen. Wir (Katja, Nadine, Becci und ich) bummelten durch verschiedene Geschäften - auch in einem Crocksladen, in dem es super bequeme Schuhe gab -, suchten vergeblich nach einer internationalen Zeitung, kauften ein paar Klamotten und aßen Samoosas oder Sandwiches. Die Mall ist groß, hat fünf große Haupteingänge, und an sich finde ich sie auch ganz schön. Prinzipiell könnte man dort einkaufen und sowohl sich einkleiden als auch seine Wohnung einrichten. Damit ihr euch vielleicht wenigstens ein bisschen vorstellen könnt, welche Größe hier Shoppingcenter haben ^^. Zurück im Appartement gingen wir noch ein bisschen an den Strand uns sonnen, abends gab es wie an meinem ersten Tag in Afrika ganz einfach Spaghetti mit Tomatensoße - der Darm sollte ja noch geschont werden.

Am Sonntag fuhren Katja, Petra,Sophia, Nadine, Becci und ich mit dem Zug nach Kapstadt und von dort aus weiter mit dem Taxi nach Kirstenbosch zum Botanischen Garten. Laut Reiseführer soll dieser botanische Garten einer der schönsten der ganzen Welt sein - und das stimmt vollkommen! So etwas tolles habe ich in Deutschland noch nie gesehen. Circa ein Drittel aller Pflanzen Südafrikas sammeln sich am Ende des Tafelbergs. Eine sehr beeindruckende "Kulisse". Wäre ich Student in Kapstadt, würde ich wohl zum Lernen immer dort raus fahren. Wir liefen viele Wege entlang, mal unter Gestrüp, mal unerklärliche Brücken oder bergauf - alles war einfach irgendwie total naturbelassen. Kein Vergleich eigentlich zu einem Botanischen Garten bei uns... Nachdem wir uns genug ausgeruht, einen Milchshake getrunken und den Heimweg angetreten hatten, gab's abends nur noch Resteverwertung â la Afrika. Spagetti mit Tomatensoße vom Vortag und Rührei mit Zuccini. Denn ansonsten wäre das innerhalb kürzester Zeit wieder schlecht geworden. Hier hält einfach nichts lange - Bohnen, Kartoffeln, Tomaten, Toast - eigentlich wieder hier alles gerne innerhalb weniger Tage ungeniessbar, trotz Kühlschrank und was auch immer ;-)

Am Montagmorgen ging es dann endlich ins neue Projekt! Früh, aber wirklich früh, mussten Becci und ich aufstehen. Statt bis um kurz vor 7 schlafen zu können, wurden wir nun schon um kurz vor 7 von Monty abgeholt. Katja und ein paar Mädchen aus Somerset West stiegen auch noch ein und gegen 20 nach 7 waren wir schon an einem Center für behinderte Kinder. Dort mussten wir noch warten, bis jemand der Leitung vorbei kam, da die Türen so früh noch geschlossen waren. Drinnen kochte Katja erstmal einen Tee und zeigte uns die Räume. 3 Klassenzimmer, ein großes Bad für die Kinder, ein Bad und Küche für die Angestellten und ein Garten voller Spielzeug. Die Leiterin hieß uns auch noch Willkommen, erzählte einiges über die Einrichtung und dann ging es eigentlich auch schon los. Kurz nach 8 kam der erste Bus mit Kindern. Wir halfen ihnen beim Aussteigen, trugen zum Teil ihre Taschen herein oder nahmen die Kinder auf den Arm. Erst gegen halb 9 kam der nächste Bus mit noch mehr Kindern und wir halfen wieder. Gleichzeitig kam auch noch ein Bus mit zwei Mädchen, die in einem Heim leben. Alle Kinder und Betreuer sammelten sich zu Beginn im Raum der ersten Klasse. Die Kinder saßen auf Matten, die Betreuer auf Stühlen. Gemeinsam wurde auf Englisch und Afrikaans gesungen, geklatscht, gebetet und jeder einzeln begrüßt, in dem die Namen in ein Lied eingebaut wurden. Das war wirklich zuckersüß. Für den ersten Tag sollten Becci und ich nach diesem allmorgendlichen Singkreis in Klasse 1 bleiben. Insgesamt besuchen 40 Kinder dieses Center, knapp 20 davon sind in der ersten "Klasse". Eingeteilt wird nicht nach dem Alter, sondern nach den Fähigkeiten. Zusammen mit den Kids kneteten und spielten wir, um ihre Fingerfertigkeit zu steigern. Im Anschluss malten wir mit jedem einzeln eine Banane aus (manche können von allein nicht ihre Hand bewegen) und um 11 war dann auch schon Essenszeit. Entweder wurde den Schülern etwas von zuhause mitgegeben oder sie bekommen etwas von dem gespendeten Essen. Nur wenige in Klasse 1 können selbstständig essen, weshalb wir die meisten fütterten und ihnen im Anschluss die Zähne putzten. Dadurch wird sichergestellt, dass die Kinder wenigstens einmal am Tag richtig essen und keine allzu kaputten Zähne bekommen. Danach dürfen alle raus und spielen. Man muss dabei echt überall seine Augen haben, wodurch dieses Projekt auch deutlich anspruchsvoller ist im Vergleich zum ersten. Aber der erste Tag hatte schon so viel Spaß gemacht, sodass die Freude auf den nächsten Tag gleich aufkam :-) den restlichen Montag verbracht ich nur noch mit Postkarten und viiiiiiel erzählen mit den Mädels aus dem Appartement!

Am Dienstag half ich nach dem Morgenkreis wieder in der ersten Klasse aus, Becci diesmal in der dritten Klassen. Wir spielten an den Tischen mit so Art Puzzeln und kleinen Bausteinen. Danach machten wir uns an den kreativen Teil: jedes Kind bekam eine Schürze um und wir gingen von Kind zu Kind, um beim Malen zu helfen. Das Malen bestand diesmal daraus, um Laubblätter, die auf einem weißen Blatt lagen, mit Farbe zu tupfen, damit die Umrisse deutlich wurden. Das sah wirklich toll aus, war aber auch eine große Sauerei. Man musste zum Teil die Hände der Kinder führen und aufpassen, dass sie mit der Farbe nicht sonst wohin spritzen. Angi, eine von den Betreuerinnen, und ich hatten unseren Spaß ^^ als alles sauber war, begannen wir mit dem Füttern, Zähne putzen und zum Schluss draußen spielen :-) Abends gingen Becci, Carolin, Nadine und ich zusammen mit 7 anderen Voluntaire Burger essen am Strand. Ich wusste gar nicht, wie gut Avocado auf einem Burger schmecken kann :))

Am dritten Projekttag besuchte ich mit Becci Klasse 2 nach dem Morgenkreis. Zuerst gingen wir mit den 9 Kindern raus, um ein bisschen Sport zu machen. Es lagen fünf Hula Hub Reifen auf dem Boden und es sollte von Reif zu Reif gesprungen werden. Danach wurde noch etwas mit Bällen gespielt und drei Runden im Kreis gerannt oder gerollt (einige Kinder sitzen im Rollstuhl oder benutzen Gehilfen). Zurück im Klassenraum wiederholte die Lehrerin mit den Kindern Farben, Formen, das Wetter, den Tag und die Zählen von 1bis 5. Als kreative Arbeit bastelten wir mit den Kindern diesmal Bäume. Der Baumstamm und die Äste bestanden dafür aus Stoff, der Boden aus zerkleinerten Rindeteilchen und die Blätter waren kleine Laubblätter von draußen. Alles wurde auf ein Blatt geklebt und später alle Bäume an einer Schnur aufgehangen. Bevor es Essen gab, kneteten die Kinder noch Formen und mussten diese benennen. Essen konnte jeder selber, manchmal musste man aber Überzeugungskraft herbei holen, weil der ein oder andere sein Brot nicht mochte - trotzdem muss es ja gegessen werden ;-) während die Kinder draußen spielten, quatschten wir fast nur über unsere anstehende Surfstunde, so gespannt waren wir!! Nach dem Projekt hatten wir dann im Appartement noch ein Treffen mit Lorraine, um zu besprechen, ob soweit alles gut ist. Ich ging dann noch schnell einkaufen mit ihr, damit wir Mädels die schweren Einkäufe mal nicht heimtragen mussten ;-) & dann, dann ging es los. Wir 4 Mädels (Becci, Carolin, Nadine und ich) liefen zur Surfschule, die vielleicht gerade mal 10 Minuten entfernt ist. Dort bekam jeder einen Anzug und ein Board, bevor es an den Strand ging. Unser Lehrer Carlo, hübscher junger Typ - kaum anders zu erwarten -, zeigte uns erstmal theoretisch, wie man eine Welle nimmt und aufs Board jumpt. Praktisch klappte das bei uns allen auch ganz gut und wir kamen immer wieder bis vor zum Strand. Danach wurde uns erst theoretisch das aufsteigen erklärt, dann versuchten wir es praktisch, was deutlich schwerer war. Richtig geklappt hat es eigene, ich nur bei Nadine, wir anderen standen immer, wenn überhaupt, nur kurz auf dem Board, bevor wir wieder ins Wasser fielen oder so. Aber egal, hauptsache wir hatten einen schönen Nachmittag und ich konnte meinte Mutter erzählen, dass ich surfen war (das schien sie anfangs null begriffen zu haben, weil es absolut nicht zu meiner Wasserangst passt :-D ). Nachdem wir alle geduscht hatten, machten wir uns ans Abendessen kochen. Jeder wollte diesmal irgendwas andres haben, was dazu führte, dass wir Ofenkartoffeln, Spinat, Salzkattoffeln, Rührei, Lachs, Salat und gekochte Eier gleichzeitig zubereiteten. Und dann folgte das große Geschrei: "Neeeeeein!". Von Nadine, die im Bad gerade aus der Dusche kam, von Becci und Carolin, die am Esstisch saßen und schrieben, und von mir, als ich gerade den Wasserkocher anschalten wollte. Strom all, alles aus :-D man muss hier für jeden Haushalt immer wieder Guthaben aufladen, unseres war halt auf einmal aufgebraucht. Wir suchten dann im Dunkeln erstmal meine Taschenlampe und Nadines Handy, um am Stromkasten eine neue Guthabennummer einzugeben, die Lorraine uns als SMS mal geschrieben hatte. Gott sei dank ging das schnell und unser Essen konnte auch wieder weiter köcheln :-D

Donnerstagmorgen begann dann mal etwas anders. Katja, Becci und ich wurden von Monty statt am Center für behinderte Kinder diesmal an einem Heim rausgelassen. Das machte er so, weil wir ja ansonsten morgens im kalten warten müssen, bis das Center öffnet. Im Heim halfen wir dann füttern und Zähne putzen. Anschließend wurde uns noch alles gezeigt, bis wir dann mit der Fahrerin und zwei Kindern, die jeden Morgen ins Center gebracht werden, losfuhren. Als wir dann endlich an unserem Projekt ankamen, war Lorraine auch schon da, um sich mal ein Tag lang unsere Arbeitsstelle anzuschauen. Kurz nach uns kam der große Bus mit den letztem Kindern, denen wir rein halfen, und begannen dann auch wieder mit dem Morgenkreis. Dieser war dann sogar noch schöner, als die Tage zuvor: die Betreuer standen bei manchen Liedern auf und tanzten, was die Kinder dann natürlich sofort nach machten. So fröhlich und voller Schwung starteten wir in unseren vierten Projekttag. Ich ging in Klasse 2, in der wir wieder Farben, Formen, Zahlen, Wochentage und Wetter wiederholten. Auf einmal kam allerdings eine Leiterin des Centers rein und bat mich, mitzukommen. Noch etwas perplext, was nun los wäre, saß ich ziemlich schnell in einem Bus mit 14 kleinen Kindern, einigen Betreuern undnaturlich mit Becci und Katja. Gemeinsam fuhren wir zum Horse Riding. So süß. Auf einem Reiterhof mit Therapiepferden durften die Kids entweder alleine auf einem Pferd sitzen oder wurden von einem Reiter im Arm gehalten, während das Pferd drei Runden um die Koppel ging. Bei strahlendem Sonnenschein war das ein wirklich wunderschönes Vormittagsprogramm. Pünktlich um 11 waren wir zum Essen zurück im Center. Lorraine war sehr begeistert von unserem Projekt und saß während der Spielzeit draußen mit uns zum Erzählen oder schaute uns zu, wie wir mit Seifenblasen und den Kindern spielten :-) Nach der Arbeit hielten wir noch kurz am Checkers, um uns Fußballkarten für ein Spiel im Greenpointstadium in Kapstadt zu besorgen - das hat zum Glück auch problemlos geklappt & nun können wir uns auf ein spannendes Spiel freuen (eine Johannesburger Mannschaft, die kurz vorm Meistertitel steht, gegen eine Mannschaft aus Kapstadt - und das im WM Stadion, in dem wir Deutschen 4:0 gegen Argentinien gewonnen haben, yeah!). Nachmittags war es so heiß bei uns (35 Grad Celsius) und überall Sonne, dass man sich entweder an den Strand legen konnte zum Sonnen oder man im Appartement blieb, um keinen Sonnenstich zu bekommen. Ich entschied mich für beides, mied erstmal die starke Mittagssonne und ging erst später raus ;-) so konnte ich in Ruhe mit meiner Schwester skypen, lesen, ausruhen und mal nix tun! :-)

Freitag war ich dann in aller früh wach - 6 Uhr. Dabei hätte ich eigentlich wunderbar ausschlafen können, aber Carolin musste für die Western Cape Tour aufstehen, Becci für die Garden Route und Nadine fürs Reiten in Nordhoek. Von daher war ich halt auch so früh wach, nutzte die Zeit zum Duschen, skypte mit Mama, brachte endlich mal den Müll aus dem Appartement zum Container, holte meine Wäsche ab, putzte unsere Küche und fuhr um halb 11 endlich mit Eva Richtung Stellenbosch :) Dort ließen wir uns an Die Braak raus, dem Stadtzentrum. Im Infocenter besorgten wir uns erstmal einen Stadtplan, denn in Stellenbosch kann man alle Sehenswürdigkeiten zu Fuß erreichen. Das war auch alles super schön! Wir sahen die ältesten Häuser, besuchten Kunstausstellungen, schauten uns die Uni, den botanischen Garten und verschiedene Gebäude an und zum Schluss waren wir noch im ältesten Geschäft Stellenboschs, ein richtiger Gruschladen. Eine richtige Stadt zum Verlieben, vor allem für Studenten :) Mittags waren wir zwischenzeitlich noch lecker Essen und genossen die Sonne. Herrlich! Abends ass ich mit Nadine Salat, buchten unser Hostel für den nächsten Tag und gingen früh schlafen, immerhin stand noch viel an für das restliche Wochenende ;-)

Denn Samstagmorgen fuhren wir erstmal nach Woodstock wieder zum Neighbourgoodsmarket bzw. Biskuitmarket. Nadine und ich kauften ein paar Sachen, aßen wieder einen leckeren Wrap und gegen 14 Uhr ging es dann mit Mira, Eylin und Babsi zu unserem Backpackers in der Longstreet - Penthouse, yippie! Von dort aus bummelten wir erstmal nochmal über den Greenmarket, kauften lauter Mitbringsel für unsere Daheimgebliebenen, besuchten den Piercer und schauten zu, wie Nadine ein zweites Ohrloch bekam :D abends ging es nach dem fertig machen erstmal ins Mama Africa leckres afrikanisches Essen probieren und dazu einen guten Weißwein trinken, yummi. Natürlich durfte auch Springbock an diesem Abend nicht fehlen - Amarula mit Pfefferminzsirup. Danach starteten wir in Bobs Bar und hatten zusammen mit Julia + Freund und neuen Bekanntschaften ("Du hast schöne Lippen.") eine richtig gute Partynacht auf der Long Street :) So eine Partystraße könnte gern auch mal bei uns existieren ;-)

Sonntagmorgen fuhr ich mit Eylin und Babsi schon früh zurück nach Strand. Auf dem Heimweg kaufte ich beim Pick'n'Pay kurz Handyguthaben und Salat und ruhte mich in der Wohnung noch etwas aus (das Hostel war zwar gut, aber meine Nacht trotzdem etwas kurz ^^). Irgendwann kamen Nadine, später auch Carolin heim, gegen 19 Uhr gingen Nadine und ich mit noch 18 anderen Volunteeren und zwei unserer Taxifahrer typisch afrikanisch essen- Kudu, Springbock, Strauß (alles Fleisch), Kürbis, Reis und viele Gewürze. Dazu gab es wieder schöne Geischtsbemalung und viele interessante Gespräche mit teils neuen Gesichtern :)

So und nun zu gestern und heute! An sich relativ normale Tage. Morgens in der Früh ins Projekt, mittags immer erst "spät" zurück im Appartement (unser Fahrer hatte uns wohl beim Center vergessen :/ -/ ). Aber was soll's, dafür war das Arbeiten wie immer schön. Gestern war ich in der zweiten Klasse nach dem Singkreis. Dort spielten wir erst draußen und später wiederholten wir drinnen wieder die wichtigsten Sachen, bevor wir uns ans Kneten machten. In der Spielpause nach dem Essen lag ich größtenteils nur im Gras, während Anja und Fifi auf mir rum"sprangen". Zu süß, die kleinen Kids :) Mit Carolin ging ich am frühen Abend noch lange am Strand spazieren, bis abends Becci von der Garden Route heimkam, voll high noch vom Bungee Jumping (oh man, ich will auch endlich von dieser Brücke "fallen"...), & Nadine mit ihrem angereisten Papa in die Wohnung kam und wir Geri gleich mal kennen lernten :) Heute besuchte ich zum ersten Mal die dritte Klasse. Die Schüler dort können schon bis 10 zählen, kennen ein paar mehr Farben und können auch Fragen zu vorgelesenen Geschichten teils beantworten. Das alles machten wir auch, bis wir ans basteln gingen. Weil Nicola ihr Blatt nicht selbst mit Kleber einschmieren konnte, übernahm ich das und half ihr dann auch, bunte Papierschnipsel drauf zu streuen - danach sah ich zwar aus wie sau, aber das Ergebnis war schön :) Vorhin hab ich mal wieder Großputz in der Küche gemacht und vorhin haben wir lecker gekocht für uns alle + Nadines Papa. Eigentlich wäre ich jetzt wieder im Casa del Sol, aber da ich etwas erkältet bin, ruh ich mich lieber nochmal aus, denn morgen beim Fußballspiel im Stadion will ich auf keinen Fall schwächeln :)

Ihr merkt also, mir geht es bestens! Ich habe diese Woche zwar zum ersten Mal richtig doll Heimweh gehabt, aber nun ist ja auch schon Halbzeit und in 4 1/2 Wochen bin ich zurück in Deutschland :-) Bleibt mir alle gesund bei dem doofen Regen in Deutschland, ich schick euch gern etwas Sonne ♥ bis bald!

Donnerstag, 18.04.2013

Bye bye primary school & welcome sickness

Montagmorgen: solche Vorfreude auf das Projekt. Nicht! Trotzdem wollte ich ja optimistisch bleiben, rappelte mich auf, duschte um wach zu werden und fuhr zur Grundschule. Dort angekommen freute ich mich riesig Mrs. Schreihals zu sehen. Sie ist eigentlich wirklich eine Liebe und begrüßte mich dann erstmal mit "Hello Darling, how was your weekend?". Nach kurzem Smalltalk verkündete sie mir, dass ich nun doch bitte das Workbook 2 für sie kopieren sollte, nachdem der Kopierer am Donnerstag ja gestreikt hatte. Dazu sollte ich noch irgendwelche Kopien von einem Matheblatt machen. Yippie! Also ab ging es ins Lehrerzimmer. Wie froh ich war, den iPod meiner Schwester dabei zu haben (danke, er war meine Rettung an diesem Tag ♥). Langsam, aber sowas von langsam und gemütlich machte ich mich an die Arbeit und lies mir alle Zeit der Welt. Zwischenzeitlich kamen dann auch mal andere Lehrer vorbei, die immer nur kurz was kopieren wollten - natürlich unterbrach ich dann immer meine Arbeit und setzte mich hin, um an meinem Tagebuch weiterzuschreiben. Gegen halb 11 kehrte ich in die Klasse zurück und machte mich daran, 40 workbooks zu tackern. Mrs. Schreihals sagte zu mir, nach der Pause könnte ich doch das workbook 1 "The big fat cat" mit den Kindern anfangen. Das klang doch mal gar nicht so schlecht. Nach der Hofpause meinte sie jedoch, ob ich nicht doch noch workbook 3 und irgendeine 3 seitige Geschichte kopieren könnte. Natürlich, absolut kein Problem für mich, ich will ja auch, dass die liebe Lehrerin nicht ihren freien Nachmittag zum Kopieren opfert. Gemütlich "stürzte" ich mich an Herrn Kopierer, da wir mittlerweile schon eine innige Beziehung hatten. Jedoch wusste ich zu diesem Zeitpunkt nicht, dass diese Begegnung unsere letzte war... So ärgerten wir uns an unserem letzten gemeinsam Tag miteinander rum, weil er andauernd wegen irgendwelchen Problemen anfing zu blinken. Diesmal kopierte ich also nur alle Seiten und sortierte sie im nachhinein nicht, da ich pünktlich um 13 Uhr aus dem Projekt ging. Zurück im Appartement erwartete Lorraine Becci und mich. Wir redeten nochmals mit hier, diesmal ausführlicher, und füllten ein Schreiben aus, dass wir unglücklich mit dem Projekt waren - schließlich war die Schule null angewiesen auf Voluntaire (was ja an sich nichts schlechtes ist). Nach dem Gespräch begann ich mit dem Badputz (dieses wurde wohl auch schon ewig nicht mehr gereinigt), immerhin erwarteten wir unsere neue Mitbewohnerin Carolin, die nachmittags auch ankam. Danach brachte ich die Wäsche des Appartements zur Wäscherei und machte mit Becci einen Salat für den Abend. Denn abends gingen wir mit Nadine zu Silja, Joana, Melanie und Eva. Katja, Sophia und Petra kamen auch und gemeinsam mit Monty grillten wir und saßen gemütlich im Hof auf Decken. "Legger Abend" würde man hier nun sagen, was nicht im Sinne von "lecker" ist, sondern eher "schön".

Dienstags kam ich dann wieder wie die Woche zuvor in die 3e. Dort saß ich dann eigentlich den ganzen Tag nur rum, kontrollierte ab und zu Mathe oder Englisch Aufgaben. Zwischenzeitlich lernte ich selbst ein wenig Englisch mit meinem Reiseführer, weil am Unterricht konnte ich aufgrund "Xhosa" nicht teilnehmen - verstand ja nur ungefähr soviel wie "nichts". Da wäre ich lieber ins Lehrerzimmer gegangen und hätte irgendwas kopiert. Aaaaber da ich mich tags zuvor im Lehrerzimmer beschwert hatte, von wegen ich würde sicher nicht so viel Geld ausgeben für Freiwilligenarbeit, um dann nur zu kopieren, wurde ich NICHT zum Kopierer geschickt, ein Wunder. Ich war ausnahmsweise aber auch froh, nur sitzen zu müssen, denn ich war schlapp und hatte morgens schon leichte Darmverstimmungen. Ziemlich blass bin ich dann nach der Arbeit direkt ins Bett. Jedoch ging es nicht nur mir so: Nadine und Becci hatten sogar starke Magenkrämpfe. Deshalb verbracht ich den restlichen Tag eigentlich auch nur noch im Bett oder mal auf der Couch, zu mehr war ich nicht wirklich fähig. 

Mittwochs blieben wir drei dann alle im Appartement, so schlecht schliefen wir die Nacht zuvor. Den Tag verbrachten wir deshalb nur mit schlafen, lesen, erzählen, Tagebücher schreiben, Wäsche abholen und viel Gemüse, Knabberzeug und Cola einkaufen. Jedoch behielten wir von unseren Einkäufen leider nicht viel in uns, egal wie gut es eigentlich war gegen Darmverstimmungen. Auf unserem Weg zum Supermarkt beobachteten wir dann überschwemmte Straßen und Eimer in Läden, weil es dort reingeregnet hatte. Sehr seltsam, da es eigentlich nur max. 3 Stunden geregnet hatte und das nicht mal unbedingt fest - als wären die hier null Regen gewöhnt. Wie ich am Anfang meiner Reise schon schrieb: verrückte Welt! :D

Soo und nun bin ich mal bei "heute" angelangt, endlich habe ich mal so viel in meinem Blog nachgetragen :) Heute Morgen waren Becci und Nadine erstmal beim Arzt, weil ihre Krämpfe im Bauch nicht weggingen. Trotz verordneter Medikamente bleibt allerdings bei keinem von uns bisher das Essen dort, wo es bleiben soll. Wir verbrachten den Tag eigentlich wieder nur im Bett oder irgendwo in der Wohnung. Vorhin kochten wir uns Gemüse mit Reis und tranken brav Tee und Cola. Wirklich schade um unser leckres und abgesehen von der Cola gesundes Essen. Da bekommt man ganz schön Heimweh, vor allem nach der Mama, wenn man weitweg von daheim krank ist! Aaaaber man lernt auch endlich mal, sich selbstständig um alles zu kümmern, von wegen, was wird gekocht, was eingekauft, wer putzt, wer "wäscht",... Hier gibt es eben mal nicht den Luxus vom Hotel Mama. Allein deswegen, um mal selbstständiger zu sein, lohnt es sich schon, im Ausland zu sein!

Bevor ich es vergesse zu erwähnen: am Mittwoch bekam ich eine SMS von Katja und kurz darauf von Lorraine, dass Becci und ich ab Montag in einem anderem Projekt tätig sein werden - deshalb goodbye primary school! Von Katja wissen wir, dass ihr das Projekt gut gefällt und die Kommunikation mit den Leitern dort auch besser klappt und man gebraucht wird. Bin ich doch mal gespannt... sobald ich im neuen Projekt war, schreibe ich euch, wie es dort war!

& nun werden wir 3 Mädels ganz schnell wieder gesund, um etwas vom Wochenende zu haben. Immerhin mussten wir schon unseren Plan von Feiern gehen in Kapstadt verwerfen mit unserem Darminfekt. Strandtag, Shoppen in der Mall und Entspannen im Botanischen Garten ist aber hoffentlich trotzdem möglich :-) drückt uns die Daumen, dass nun alle Medikamente mal wirken. Bis bald ♡

Montag, 15.04.2013

Moyo, Tafelberg, Rugby & der etwas andere Gottesdienst

Sooo, hier melde ich mich nun mit einem "Bericht" über mein letztes Wochenende, das sehr vielseitig geprägt war!

Erstmal ging ich Donnerstags nach dem Projekt ins Appartement, begann einen Großputz in der Küche und desinfizierte mal alles. Ich möchte gar nicht wissen, wie lang dort die Theke nicht  mehr richtig geputzt worden war. Wir haben zwar wöchentlich eine Putzfrau da, diese putzt allerdings  nur um alles herum und macht sich nicht mal die Mühe, den Toaster ein paar Zentimeter zu verschieben. Nach getaner Arbeit skypte ich wieder mit Mama und Silvan und war super erfreut darüber, dass meine Mama nun endlich Whats App bekommen hat - das erleichtert eine Kommunikation bei 9400 km Distanz erheblich ;-) um kurz nach 18 Uhr wurden dann Becci, Nadine und ich abgeholt vom Monty und fuhren mit noch 11 weiteren Mädels Richtung Stellenbosch zum Moyo. Dort angekommen haben wir erstmal alle nicht schlecht gestaunt - ein Restaurant im Freien mit Baumhäusern und Zelten, überall indirektes Licht, Pflanzen, bemalte Afrikaner, wundervolle Atmosphäre. Wir wurden dann zu einem Baumhaus geführt und nahmen Platz. Nach und nach gingen wir ein paar Mal runter zu einem Buffet und konnten uns bei den unterschiedlichsten afrikanischen Gerichten bedienen. Ich habe echt keine Ahnung, was ich da so probiert habe, aber es war einiges leckeres dabei :-) alles war ziemlich stark gewürzt, das weiß ich noch ^^ Es war wirklich schön, eingemurmelt in Decken, saßen wir in unserem Baumhaus und ab und zu gab es tolle Unterhaltung - mal kamen drei Afrikaner mit Trommeln und sangen nebenbei, oder es kam eine Frau, die uns allen ein anderes Muster mit weißer "Farbe" auf das Gesicht tupfte. Freihand & schnell - unglaublich! Auf dem Rückweg vom Moyo nach Strand hielt Monty oberhalb von Strand, Somerset und Gordons Bay und wir sahen alles beleuchtet bis zum Ozean und konnten dann über den Ozean bis Cape Point schauen und sahen dort den Leuchtturm blinken - das ging, weil wir hier in so einer Bucht am Meer leben. Gegen kurz vor 12 waren Becci und ich dann im Bett. Ich stand um kurz  vor 1 wieder auf, um Nadine das Hoftor aufzumachen, da sie mit noch ein paar länger sitzen blieb im Moyo. Allerdings war bei ihnen ein Mädchen dabei, die sich die ganze Nacht übergeben musste. Da war ich froh, schon früher gegangen zu sein.

Um kurz vor 6 klingelte dann schon wieder der Wecker - Becci und ich wollten mit dem frühen Zug nach Kapstadt fahren. Gesagt, getan. Kurz vor 10 waren wir dann nach einer ewigen Bimmelbahnfahrt in Kapstadt. Anderthalb Stunden Zugfahrt in der "ersten Klasse" kostet hier ungefähr 1, 50€, inklusive tausend Stopps. Am Bahnhof in Kapstadt mussten wir uns dann erstmal überlegen, wie wir zum Tafelberg kommen - leicht gesagt. Wir wurden dann von ein paar Typen angesprochen, die meinten, uns überall hinzufahren. Irgendwie waren sie etwas aufdringlich und ihr Auto eine totaler Schrottbus. Nach ein paar Abmachungen, wer fährt (mit Führerschein vorzeigen) und das sonst niemand außer uns, dem Fahrer und sein Begleiter einsteigen darf, stiegen wir tatsächlich ein und fuhren Richtung Cable Carl Station. Von dort aus begannen Becci und ich den Aufstieg über eine steile Schlucht. Nach einer Stunde beschloss ich aber umzudrehen, da ich dank der Bronchitis keine Luft mehr bekam und einen trocknen Hals trotz viel Trinken hatte. Yippie. Der Abstieg war dann zwar irgendwie noch riskanter, weil man ja die Steinfelsen runter "klettern", steigen oder springen musste,  aber irgendwann war ich wieder unten und konnte mit der Cable Carl hochfahren - wie eine Gondel, die an einigen Stellen offene Fenster hat und sich dreht. Oben angekommen erstmal ewig die Aussicht in alle Richtungen betrachtet - wer sich nicht in Kapstadt verliebt, war eindeutig nicht auf dem Tafelberg. Ein absolutes Muss dort oben gewesen zu sein. Das mit dem ganz Hochwandern werde ich auf jeden Fall noch nachholen ;-) Vom Tafelberg runter fuhren wir in die Stadt zurück, allerdings diesmal mit einem seriösen Taxi :-D und dann saßen wir wieder ewig im Zug nach Strand. Auf dem Weg zum Appartement nahmen wir uns dann noch etwas zu trinken mit aus dem Pick'n'Pay und chillten den restlichen Abend nur noch, so kaputt waren wir von der Hitze des Tages.

Samstagmorgen standen wir wieder zeitig auf, wenn auch diesmal erst um acht Uhr. Dann ging es gemeinsam mit Nadine, Becci und Katja Richtung Kapstadt mit dem Zug, aber stiegen schon eine Station vorher aus in Woodstock. Dort gingen wir zum Biskuit Market, bummelten dort in den Geschäften rum (habe wieder ein schönes Kissen für meine riesige Kissensammlung daheim gekauft ♥) und aßen später lecker, frisch zubereitetes Essen :) gegen Mittag ging's dann mit dem Taxi erstmal nach Kapstadt rein auf die Long Street durch Geschäfte bummeln. Um 15 Uhr trafen wir 4 uns dann noch mit Sophia und Petra und machten uns mit dem Taxi auf den Weg Richtung Rugby Stadion. Einmal muss man es ja miterleben, wie zig Männer aufeinander stürzen und sich halb kloppen um ein Ball, der aussieht wie ein "Ei". Gespielt haben die Stormers gegen die Sharks, wobei wir natürlich für die Stormers, eine der besten Mannschaften in Western Cape waren - sie gewannen auch ;-) aufgrund des vielen Verkehrs dauerte es nach dem Spiel ewig, bis wir unseren Fahrer Gerry fanden ("Are you Gerry?") :-D wir sammelten dann noch andere Mädchen auf, die bis abends in Kapstadt waren (sobald es dunkel ist sollen wir Mädels nicht mehr mit dem Zug nach Strand fahren) & brauchten ewig bis wir daheim ankamen. 

Am Sonntag stand dann mal nichts festes morgens auf dem Programm, weshalb Ausschlafen angesagt war. Ich ging mal durch, was ich meine verbleibende Zeit in Südafrika noch alles machen möchte. & ich entschied mich gegen Krügerpark (manch einer wusste ja von meinen Überlegungen), da ich am Ende meiner Reise ja noch in einen anderen Nationalpark hier fahre. Einem geht hier aber nie das Programm aus, weshalb ich ganz froh bin, neun Wochen für alles Zeit zu haben. Mittags ruhte ich mich etwas bei Sonnenschein aus, brachte Wäsche zur Wäscherei, kochte mit den Mädels und ging abends mit ein paar anderen zum Gottesdienst. Anstatt in einer Kirche fand dieser aber in einer Art "Festhalle" statt. Es gab einen Countdown bis zum Beginn des Gottesdienst, dann trat ein Gospelchor auf und sang 16 Minuten lang verschiedene Lieder. Alle Menschen standen, sangen mit (der Text wurde über einen Beamer an die Wand projiziert), manche tanzten sogar voll dazu ab. Echt verrückt. Dann traten nacheinander zwei Männer nach vorne, lagerten irgendwas und belegten es an irgendwelchen Bibelstellen. Nach einer halben Ewigkeit begann dann einer mit Wunderheilungen und bat nacheinander verschiedene Gruppen nach vorne - mal die, die sterbenskrank sind, finanzielle Krisen oder kurz vor einer Ehescheidung stehen. All diese wurden dann von ihm geheilt. Eine Frau, die anfangs ihren Arm nicht mehr bewegen konnte, konnte ihn plötzlich wieder bewegen. Und als so weiter. Wir gingen irgendwann während den Heilungen und liesen uns von Monty heimbringen, denn so überzeugt waren wir von dem ganzen nicht.  

Und schon sind meine ersten zwei Wochen in Südafrika rum. Abgesehen vom Projekt, das ja eigentlich gut ist, die Schule aber eben kaum Hilfe braucht, gefällt es mir hier immer noch sehr gut :-) da seh ich über die paar Mal rumsitzen hinweg und bleib optimistisch!

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